nein, geilwuchs oder vergeilen ist nichts unanständiges. so wird eine wuchsform bezeichnet, die aufgrund von lichtmangel entsteht. die pflanzen recken sich dann nach dem wichtigen lebensspender und bilden dabei lange und dünnere triebe aus, an denen oftamls kleine blätter sitzen.
diese form entsteht gerne während des winters, der für sonnenverwöhnte pflanzen aufgrund der kürzeren tage oftmals nicht genügend licht zur verfügung stellen kann. aus diesem grund werden viele kakteen und andere sukkulten kalt überwintert. sie stellen dann ihr wachstum ein und können so auch nicht vergeilen.
bild 1 + 2: diese bilder zeigen den geilwuchs eines cotyledon (dickblattgewächse). im unteren bereich sitzen die blätter nah beinander und der stamm ist dicker. weiter oben kann man sehr schön die wuchsrichtung "sonne" erkennen.
bild 2 + 3: hauswurze (sempervivum) wachsen rosettenförmig, ihre blätter sitzen eng beinander. an einem zu dunklen dann falten sie klappen sie sie regelrecht nach unten, um so die oberfläche für die lichtaufnahme zu erhöhen.
geilwuchs muss nicht unbedingt schädlich sein. die oben abgebildeten hauswurze sind diesem standort bereits mehrere jahre ausgesetzt und leben immer noch. allerdings haben sie auch noch nie geblüht und werden es wohl auch nicht tun. möchte man jedoch widerstandsfähige und schöne pflanzen haben, dann sollte man versuchen, ihre lichtbedürfnisse zu befriedigen.




